Appenzeller von der Schnepfenburg
Zucht von Appenzeller Sennenhunden im SSV e.V.
 


Ein Welpe zieht ein



Direkt von Anfang an gibt es einige Dinge zu beachten, denn der richtige Erziehungskurs in den Hundeschulen fängt in der Regel erst mit ca. 4 Monaten an. Nur was passiert bis dahin?

Es gibt Welpengruppen bei Hundeschulen, in denen die Welpen mit gleichaltrigen Hunden zusammenkommen. Das ist für das Sozialverhalten des Welpen sehr wichtig. Dazu gehört aber auch eine kompetente Hundeschule, die die Gruppen der Welpen sehr klein hält und kontrolliert und aktiv betreut. Unter anderem sollten auch die Besitzer von Anfang an betreut und mit ihnen ein Konzept entwickelt werden. Der letzte Punkt, die Betreuung der Besitzer, ist sehr wichtig, da die meisten Hundeschulen leider nicht vermitteln, wie man mit dem Welpen zu Hause umgeht. Das ist allerdings ein zentraler Punkt, denn darauf baut fast alles auf. Wenn der Hund zu Hause die richtige Stellung im Rudel hat, klappen verschiedenste Kommandos in der Erziehung wesentlich einfacher, als wenn der Hund zu Hause machen kann was er will.

Dazu schaut man sich einfach mal ein Rudel an und wie die Hunde darin miteinander umgehen. Da gibt es nämlich einen Ranghöchsten und die anderen ordnen sich ein.

Dieses Einordnen gelingt, wenn man von Anfang an konsequent ist und unter anderem diese Dinge durchführt:


  • Bürsten Sie Ihren Hund anfangs täglich, auch wenn es nicht erforderlich ist.
  • Schauen Sie ihm täglich in die Ohren und ins Maul. Es ist wichtig, dass Ihr Hund sich überall von ihnen anfassen lässt (wichtig vor allem später beim Tierarzt oder bei Verletzungen).
  • Sie gehen zuerst die Tür rein oder raus.
  • Der Welpe bekommt nach den Besitzern sein Fressen (Rangordnung!).
  • Man gibt ihm das Fressen aktiv frei, nicht bloß den Napf hinstellen.
  • Man fordert ihn zum Spiel auf und beendet es wieder - und nicht der Hund.
  • Gleiches gilt für das Streicheln und Kuscheln.
  • Auf gar keinen Fall sich in die Hände knappen lassen oder in die Fesseln!
  • Nichts annagen lassen.
  • Die Richtung beim Spaziergang unvermittelt ändern, so dass der Hund sich an Ihnen orientiert und nicht Sie sich am Hund.
  • Seien Sie nicht frei für Ihren Hund verfügbar, sondern agieren Sie bewusst mit Ihrem Hund - und nicht der Hund mit Ihnen.



Sozialisierung

Es ist unerlässlich den Welpen weiterhin zu sozialisieren.

Der Züchter hat ihn nur wenige Wochen und kann Grundlagen schaffen, die Hauptaufgabe liegt dann aber beim jeweiligen Besitzer. Der Züchter kann ihn nur auf das weitere Leben vorbereiten, der Besitzer muss das dann allerdings so festigen, dass der Welpe/Hund ausgeglichen und selbstsicher wird und mit unvorhersehbaren Situationen und Ereignissen klar kommt.



Es gibt die sogenannten Phasen der Entwicklung:


  • Die vegetative Phase: Augen und Ohren zu
  • Die Übergangsphase: öffnen der Augen und des Gehörs, anfangen zu laufen.
  • Die Prägephase: Eindrücke wahrnehmen
  • Die Sozialisierungsphase: unter anderem das Festigen von Eindrücken und der Umgang untereinander

Wenn der Welpe beispielsweise sein bisheriges zu Hause beim Züchter verlässt und dann aber keinen Kontakt mehr zu Menschen oder Artgenossen hat, wird er das bisherige Sozialverhalten schnell wieder verlernen und künftig wahrscheinlich unentspannt auf Begegnungen reagieren, da das beim Züchter kennengelernte Verhalten noch nicht gefestigt ist. Das gilt auch für sämtliche Alltagssituationen, wie zum Beispiel Stadtspaziergänge, Autofahren oder Restaurantbesuche. Wenn man das nicht regelmäßig übt, wird er damit nicht kompatibel werden. Gerade die Appenzeller Sennenhunde reagieren in der Regel sehr auf Reize und Neues.

Deshalb ist es so wichtig, sie weiterhin zu sozialisieren und zwar direkt von Anfang an. Das sollte höchste Priorität haben.


In den Alltag mit einbeziehen bedeutet unter anderem:


  • Stadtspaziergänge
  • Shoppingzentren
  • Marktbesuche
  • Menschenansammlungen
  • Täglich kontakt zu Menschen und Artgenossen
  • Andere Tiere treffen wie Ziegen, Hühner, Pferde, Kühe
  • Auto fahren (an die Box gewöhnen)
  • Bus oder Bahn fahren
  • Mal zum Schulschluss zur örtlichen Grundschulen laufen
  • Boot fahren
  • Tierarztbesuche zum Kennenlernen, noch bevor Behandlungen anstehen
  • Aufzug fahren
  • Verschiedene Reize und Untergründe bieten
  • Auch ans alleine bleiben gewöhnen
  • Und was Ihnen sonst noch so einfällt bzw. für Ihre individuellen Lebensumstände relevant ist.

Lassen Sie ihn außerdem von Anfang an draußen viel ohne Leine laufen. Natürlich nur wenn sichergestellt ist, dass kein Straßenverkehr Ihnen in die Quere kommt. So gelingt es nämlich, dass der Welpen lernt sich an Ihnen zu orientieren. Wenn er hingegen an der Leine ist braucht er nicht zwingend nach Ihnen zu schauen.

Natürlich soll der Hund vor allem am Anfang nicht überfordert werden und in Maßen an die oben genannten Situationen herangeführt werden. Also nicht alles an einem Samstag abarbeiten, sondern Schritt für Schritt in den Alltag mit einbauen. Dies geht auch noch weit über die Sozialisierungsphase hinaus.


Kommandos erlernen


  • Erwünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes Verhalten ignorieren oder sogar Maßregeln.
  • Nicht erwarten, dass der Hund etwas kann, dass Sie ihm vorher noch nicht beigebracht haben.
  • Kommandos nur geben, wenn Sie die volle Aufmerksamkeit haben.
  • Kein Kommando geben, wenn Sie bereits absehen können, dass der Hund es nicht umsetzen wird. Denn sonst lernt der Hund, dass er Kommandos auch ignorieren kann.
  • Gutes Benehmen nie als selbstverständlich ansehen, sondern weiterhin belohnen, so dass der Hund motiviert bleibt sich gut zu benehmen.
  • Kommandos lösen Sie wieder auf und nicht der Hund. "Sitz" bedeutet z.B. so lange sitzen bleiben, bis Sie sagen, er darf aufstehen. Das aber bitte nicht überstrapazieren (der Hund soll keine 20 Minuten am Fleck sitzenbleiben).
  • Grundsätzlich ist ein fairer Austausch zwischen Mensch und Hund sinnvoll: Du tust was ich will und dafür lasse ich dich zur Belohnung was machen, was du willst.

Übungseinheiten sollten vor allem am Anfang kurz und kompakt gehalten werden. Konzentration und Aufmerksamkeit lassen bei längeren Einheiten nach und der Trainingseffekt wird schlechter oder sogar zerstört. Daher lieber kurze Einheiten aber dafür öfters.



Benötigte Utensilien

  • Halsband und eine Leine
  • Bürste
  • Krallenzange
  • Handtuch für die Pfoten
  • Robuste Spielsachen (nicht zu viele)
  • Körbchen, Hundebett, Hundedecke
  • Keramiknapf oder Edelstahlnapf für Fressen und Wasser. Evtl. zusätzlich eine Unterlage.
  • Kotbeutel
  • Eine Box für das Auto, evtl. auch eine für zu Hause.
  • Einen Maulkorb. In einigen Ländern gibt es in den öffentlichen Verkehrsmitteln Maulkorbpflicht.



 
 
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